ACTon Aus der Praxis Sörgel · Gomaringen
ACTon

Eine Therapie-Begleit-App, die in meiner eigenen Praxis gewachsen ist — für prozessbasierte Diagnostik, Verlaufsbeobachtung und Arbeitsmaterialien.

Kein fertiges Produkt, sondern schlanke Werkzeuge, die ich mir für meine tägliche Arbeit gebaut habe — und die inzwischen zu einer Oberfläche rund um Person und Gruppe zusammenwachsen. Alles ohne Namen, datenschutzfreundlich und nah am Alltag in der Regelversorgung. Vieles davon nutze ich schon eine Weile selbst.

Ein Werkstattbericht von Achim Sörgel, Psychologischer Psychotherapeut

Die Bereiche

Ein roter Faden statt Einzel-Tools

Jedes ist aus einer konkreten Situation im Praxisalltag entstanden, nicht am Reißbrett — und durchweg auf ACT und prozessbasiertes Arbeiten hin gedacht. Statt getrennter Programme wachsen sie zu einer Oberfläche zusammen, die sich an Person und Gruppe orientiert — nicht an Funktionen.

Anamnese & Diagnostik

Produktiv

Biografische Anamnese und standardisierte Instrumente — pseudonym verteilt, mit automatisch erzeugten Befund-PDFs. Für Einzelne und Paare.

Prozessbasierte Verlaufsdiagnostik

Produktiv · Pilot

Das „Tagesprotokoll": kurze, tägliche Selbsteinschätzungen, die Veränderung über die Zeit sichtbar machen. Mehr dazu weiter unten.

Therapiematerialien

Live

Arbeitsblätter, Audios und Links sicher bereitstellen und gezielt einzelnen Personen oder Gruppen zuweisen. Perspektivisch auch für Seminare.

Digitale Arbeitsmaterialien

Live

Bewährte Arbeitsmaterialien digital nutzbar machen — als erstes Beispiel die ACT-Matrix. Das Prinzip trägt weiter.

Sichere Patientenkommunikation

Live · Pilot

Ein verschlüsselter, pseudonymer Nachrichtenkanal zwischen Praxis und Patient:in — ohne Klarnamen, ohne E-Mail-Anhänge. Mehr dazu weiter unten.

So greift das ineinander

Die Patienten-Reise

Von der Anmeldung bis in den laufenden Verlauf — die Werkzeuge sind entlang des Behandlungswegs gedacht und greifen ineinander.

1
Anlegen & Einladen

Person oder Paar anlegen, pseudonymer Zugang, Fragebögen automatisch verteilt.

2
Diagnostik ausfüllen

Eingangs- und biografische Anamnese, bequem von zuhause.

3
Befund automatisch

Befund-PDF in Praxis-Optik, sofort verfügbar — ohne Handarbeit.

4
ACT-Matrix nutzen

Gemeinsame Fallkonzeption zu Therapiebeginn, direkt digital, als PDF gesichert.

5
Begleiteter Verlauf

Tagesprotokoll & zugewiesene Materialien, sichere Nachrichten bei Bedarf; Verlaufsbefunde zur Prozess- und Ergebnisevaluation.

Übersicht „Heute“: neue Fragebogen-Ergebnisse mehrerer Personen zur Durchsicht (Testdaten)
Der „Heute“-Einstieg: neue Ergebnisse und Fälliges an einer Stelle · Testdaten.

Wie ich damit arbeite

Alles an einem Ort — pro Person und pro Gruppe

Lange lagen die Dinge zu einer Person an mehreren Stellen. Jetzt führe ich sie zusammen: eine Oberfläche, die von der Person und der Gruppe aus denkt, nicht von der Funktion.

Ein Ort je Person

Überblick, Postfach, Tagesprotokoll, Fragebögen, Material, Zugang und Fallkonzeption — für jede Person an einem Ort statt über Werkzeuge verteilt.

Gruppen gleichrangig

Weil ein großer Teil meiner Arbeit in Gruppen stattfindet, steht die Gruppenansicht gleichwertig daneben: Mitglieder, Material, Tagesprotokoll, Fragebögen und eine Nachricht an alle.

Ein „Heute" als Einstieg

Was ansteht, bündelt sich an einer Stelle: neue Nachrichten, neue Ergebnisse, fällige Tagesprotokolle. Noch in Erprobung — die bewährten Einzel-Tools laufen weiter.

Personenansicht mit Reitern (Überblick, Postfach, Material, Zugang, Tagesprotokoll, Fragebögen, Fallkonzeption) und Status-Kacheln (Testdaten)
Eine Person, ein Ort — Reiter und Status-Kacheln im Überblick · Testdaten.

Worum es mir geht

Veränderung sichtbar machen — pro Person

Statt einmaliger Momentaufnahmen kurze, tägliche Selbsteinschätzungen: Sie zeigen, wie sich Belastung und psychologische Flexibilität über die Zeit bewegen — für genau diese eine Person.

Jede Person ist ihr eigener Maßstab

Verglichen wird jede Kurve mit dem bisherigen Verlauf dieser Person, nicht mit einem Durchschnitt. Als Grundlage dient ein festes Set bewährter Fragen (u. a. PsyFlex und PBAT); dazu lassen sich Fragen aus einem Pool auswählen oder ganz eigene ergänzen — je nachdem, worum es bei dieser Person gerade geht.

Der Ansatz fußt auf der Process-Based Therapy (Hayes & Hofmann) und der Arbeiten von Joe Ciarrochi — von ihm stammt u. a. der PBAT. Das eigentliche Ziel dahinter: erkennen, welche Prozesse bei wem tatsächlich wirken.

Idiografisches Tagesprotokoll-Dashboard mit Verlaufskurven für Traurigkeit, Angst und Ärger, je mit persönlichem Mittelwert und Standardabweichungsband
Therapeut:innen-Dashboard: der persönliche Verlauf über die Zeit · Testdaten.

Beispiel · Digitale Umsetzung

Die ACT-Matrix — ein Beispiel

Sie steht hier vor allem für eine Frage: Wie digitalisiert man ein bewährtes Arbeitsmaterial so, dass es das Gespräch erleichtert statt stört? Dasselbe ließe sich mit anderen Materialien denken — etwa einer klassischen Verhaltensanalyse.

Vom Papierblatt zum sauberen PDF — im Gespräch entstanden

Bisher: Matrix auf Papier, danach mühsame Übertragung. Jetzt: gemeinsam am iPad ausfüllen, Einträge nach Typ farblich markiert und frei verschiebbar — mit einem Tippen als einseitiges PDF gesichert.

Alles läuft im Browser: keine Patientendaten auf dem Server. Die Einträge werden in einer festen Struktur gesichert — die Grundlage, daraus später ein Prozess-Netzwerk zu bauen; ein erster Entwurf dafür steht.

Die ACT-Matrix geht auf Kevin Polk zurück; die digitale Umsetzung hier ist Eigenentwicklung.

Öffnet matrix.achim-soergel.de.

Digitaler ACT-Matrix-Editor mit Achsen außen/innen und weg von/hin zu, farblich markierten Einträgen und der Mitte „Ich nehme wahr“
Der Matrix-Editor, hier mit Beispiel-Einträgen.

Im Aufbau

Das Prozess-Netzwerk

Im Leben hängt vieles zusammen: ein Gedanke, ein Gefühl, eine Reaktion, eine Situation — das eine zieht das andere nach sich. Das Prozess-Netzwerk macht dieses Zusammenspiel sichtbar: die einzelnen Erfahrungen und Verhaltensweisen stehen nebeneinander, Pfeile zeigen, was was verstärkt oder abschwächt und ob kurz- oder langfristig. So treten selbstverstärkende Kreisläufe hervor — und mit ihnen Ansatzpunkte für die Behandlung. Die Darstellung ist beschreibend und bleibt in der Sprache der Patient:in; nichts wird automatisch bewertet.

In der Fallkonzeption

Vor allem zum Ordnen — auch ohne Patientenkontakt: die zentralen Prozesse und Teufelskreise eines Falls für sich herausarbeiten.

Gemeinsam in der Sitzung

Am iPad in der Sprache der Patient:in: Pfeile als Worte („verstärkt", „schwächt ab", „sofort", „auf Dauer"), Kreisläufe hervorgehoben — mit einem Mitgabe-PDF ganz ohne Zahlen und Codes.

In Intervision & Supervision

Denselben Fall mit Kolleg:innen prozessbasiert durchdenken — eine gemeinsame Landkarte statt loser Stichpunkte.

Prozess-Netzwerk in der Ansicht „Sitzung“: Knoten in Alltagssprache, Pfeile „auf Dauer/sofort“, Kreisläufe (Demo-Fall)
Prozess-Netzwerk, Ansicht „Sitzung“ — Pfeile als Worte, Kreisläufe · Demo-Fall.

Perspektivisch lassen sich Matrix, Netzwerk und Tagesprotokoll verbinden: Was sich als zentraler Prozess zeigt, kann als eigene Frage ins Tagesprotokoll wandern und im Verlauf beobachtet werden. Dieses Werkzeug entsteht gerade — und läuft wie die Matrix rein im Browser, ohne Patientendaten auf dem Server.

Material verteilen

Das richtige Material zur richtigen Person

Arbeitsblätter, Audios und kleine Übungen liegen sonst schnell verstreut herum. Das Materialien-Tool bündelt sie an einem Ort und bringt sie gezielt dorthin, wo sie hingehören — ohne E-Mail-Anhänge, ohne Namen.

Materialien-Tool mit Liste zugewiesener Arbeitsmaterialien, Typ, ACT-Prozess-Bezug und offenen Freigaben
Materialien mit Tags (z. B. ACT-Prozess, Art des Materials), Freigaben je Person oder Gruppe · Testdaten.

Einzelnen zuweisen oder ganzen Gruppen

Jedes Material lässt sich einer einzelnen Person oder einer ganzen Gruppe freigeben — und ebenso wieder zurücknehmen. Patient:innen öffnen ihr persönliches „Regal" über einen pseudonymen Zugangslink — in der Sitzung per QR-Code oder Aktivierungscode übergeben; Login oder Klarname sind nicht nötig.

Jedes Material lässt sich mit Tags versehen — etwa nach ACT-Prozess oder Art des Materials — und darüber schnell wiederfinden. Auf dem Server liegt dabei nur ein Zugangs-Schlüssel, keine Chiffre. Perspektivisch trägt derselbe Weg auch Seminar- und Blended-Learning-Materialien.

Aus dem Betrieb

Wie das im Alltag aussieht

Automatisch erzeugte Befunde im Praxis-Layout, beschreibend gehalten. (Alle Werte sind Testdaten.)

PHQ-D Status-Diagnostik Befund mit Symptomskalen und kategorialer Auswertung

PHQ-D · StatusMehrere Module, kategoriale Befunde

Verlaufskontrolle PHQ-SADS mit Symptomkurven über mehrere Messzeitpunkte

VerlaufskontrolleWiederholte Messung, Symptomkurven

IES-R Befund mit Subskalen Intrusion, Vermeidung, Hyperarousal

IES-R · TraumaIntrusion, Vermeidung, Hyperarousal

Auch für Paare

Zwei Perspektiven, ein Bild

Dasselbe Prinzip trägt auch die Paartherapie: beide Partner:innen werden getrennt befragt, aber aufeinander bezogen ausgewertet.

Zwei Rollen, getrennt erfasst

Partner A und Partner B füllen ihre Bögen unabhängig aus, jede:r über einen eigenen, pseudonymen Zugang. Die Auswertung gibt es als Einzelbericht je Person und als Vergleichsbericht, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede nebeneinanderstellt — praktisch, um im Gespräch rasch an die relevanten Themen zu kommen.

Paar-Anamnese-Verwaltung mit Paaren, je Partner A und Partner B, eigenem Zugang und Erledigt-Status
Paar-Anamnese: je Paar zwei Rollen mit eigenem Zugang und Status · Testdaten.

Im Kontakt bleiben

Ein sicherer Draht zur Praxis

Zwischen den Sitzungen braucht es manchmal einen kurzen, geschützten Weg — für eine Rückmeldung, eine Frage, einen Hinweis. Dafür gibt es im persönlichen „Regal" ein Postfach.

Verschlüsselt & pseudonym

Nachrichten laufen Ende-zu-Ende-verschlüsselt und pseudonym — ohne Klarnamen, ohne E-Mail-Anhänge. Serverseitig liegt nur, was verschlüsselt ist.

In beide Richtungen

Praxis und Patient:in schreiben im selben Kanal; eine Benachrichtigung weist auf Neues hin, ohne Inhalte preiszugeben. Auch eine Rundnachricht an eine ganze Gruppe ist möglich.

Statt Umwegen über Mail

Der Kanal ersetzt unsichere Wege wie die private E-Mail — näher am Alltag und datensparsam. Noch jung: er läuft im Pilotbetrieb und wird weiter erprobt.

Patienten-Postfach: verschlüsselte Nachricht an die Praxis, Hinweis auf Antwortzeiten und Krisennummern (Demo)
Das Patienten-Postfach: „Verschlüsselt senden“, mit Krisen-Hinweis · Demo.

Grundhaltung

Worauf ich Wert lege

Datenschutz zuerst

Pseudonym von Grund auf: Namen bleiben in der Praxis; auf dem Server steht nur ein anonymes Kürzel. DSGVO-konform gedacht, selbst gehostet.

Deskriptiv, nicht bevormundend

Verläufe werden dargestellt, nicht automatisch bewertet. Die klinische Einordnung bleibt immer bei der Therapeut:in.

Flexibel & patient:innenorientiert

Bei jeder Anwendung steht die Frage im Vordergrund: Dient das der Patient:in und der Behandlung? Im Mittelpunkt stehen die einzelne Person und ihr Wohl — und nebenbei weniger Verwaltungsaufwand.

Ich setze durchgängig auf frei verfügbare, validierte Instrumente (etwa PsyFlex und PBAT) oder auf eigene Entwicklungen — Urheber und Lizenzen im Blick. Technisch läuft alles selbst gehostet auf offener Basis (für die Fragebögen z. B. LimeSurvey), bewusst schlank gehalten.

Wohin es geht

Entwicklungsschritte

Vieles läuft, manches ist gebaut und wartet auf den Feinschliff, einiges ist bewusst noch Idee.

Läuft & als Nächstes

Im Einsatz — und offen für Rückmeldung

  • Diagnostik, Tagesprotokoll, Matrix und Materialbereich laufen im Praxisbetrieb
  • Beim Tagesprotokoll: individuelle Frage-Sets je Person — inzwischen im Einsatz, inkl. eigener Fragen
  • Sicheres Postfach zwischen Praxis und Patient:in — im Pilotbetrieb
  • Die Werkzeuge wachsen zu einer personen- und gruppenzentrierten Oberfläche zusammen — in Erprobung
  • Verbesserungen aus dem laufenden Betrieb, etwa bei Gruppen und Zuweisungen
  • Rückmeldungen von Kolleg:innen einsammeln — dafür ist diese Seite da
Mittelfristig

Von der Werkstatt zum teilbaren Werkzeug

  • Die bewährten Einzel-Tools ablösen, sobald die neue Oberfläche den Alltag trägt
  • Windows-Tauglichkeit, damit es auch bei Kolleg:innen läuft
  • Mehr „App-Gefühl": eigenes Icon, sauberer Start
Perspektivisch · Ideen

Vom Verlauf zum Prozess-Netzwerk

  • Matrix, Netzwerk und Tagesprotokoll enger verzahnen — erkannte Prozesse datengestützt über die Zeit auswerten
  • Perspektivisch eine gemeinsam gepflegte Fallakte, aufbauend auf dem Postfach
  • Materialien mit Kolleg:innen teilen und sich fachlich austauschen

Lust, mal reinzuschauen?

Ich würde mich über den Austausch mit Kolleg:innen freuen — eine ehrliche Rückmeldung, ein erster Eindruck. Und wer mag, probiert einzelne Bausteine selbst aus. Ganz unverbindlich und kostenfrei.

Die ACT-Matrix können Sie gleich selbst ausprobieren — einfach den Link öffnen. Die übrigen Bausteine schauen wir gemeinsam an: als kurze Vorführung oder als Test aus Patient:innen-Sicht, bei dem Sie den Ablauf selbst durchklicken. Eine eigene Installation brauchen Sie dafür nicht.